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Deutsche Praktikantin in unserer Ausbildungsschule für Krankenpflege in Emmaus Qubeibe

Ilka Scholl (29) war für 6 Wochen Praktikantin in unserer Ausbildungsschule für Krankenpflege in Emmaus Qubeibe. Nun berichtet Sie von Ihren Eindrücken:

Jemand sagte einmal: „traveling is the only thing, you can buy, which makes you richer“.

Nach meinem Praktikum in Palästina kann ich dem nur zustimmen. Es gib wohl kaum einen Ort auf der Welt der so facettenreich ist, wie dieses Heilige Land. Hier leben Muslime, Christen und Juden friedlich zusammen, während wenige Kilometer entfernt ein erbitterter Kampf zwischen ihnen stattfindet. Soldaten mit Maschinengewehren beschützen heilige Stätten, währen Kinder zu ihren Füßen spielen und uns die Religion Frieden lehrt. Eine Mauer trennt das Land und doch vereinigt sie im gemeinsamen Wunsch nach Frieden und Freiheit. Berge, Wüste, Strand, Meer; Kultur, Großstädte und das alles auf kleinem Raum. Menschen, so gastfreundlich und hilfsbereit wie kaum sonst auf der Welt. All das findet man hier.

Auch in der Lehre herrscht, wie an vielen Orten auf der Welt, ein Zwiespalt zwischen klassischem Unterricht und eher modernen Lehrmetoden. Hier trifft Frontalunterricht und pures auswendig lernen auf Gruppenarbeiten, Workshops und Verknüpfung von Theorie und Praxis durch bedarfsorientiertes Lernen im Praxisfeld. Der „clicical Instructor“ unterstützt die Pflegestudierende beim Lernen in der Praxis. Auch hilft er beim Evaluieren des Tages und bespricht Fälle und Fragen, die im Pflegealltag aufgetaucht sind.

Doch besonders hat mich die Arbeit im „health care center“ beeindruckt. Hier arbeiten Krankenpflegekräfte, Kinderkrankenpflege, Apotheker, Hebammen und Ärzte unter dem Schirm der UN eng miteinander um die Gesundheit der Bevölkerung zu stärken. Zu Beginn des Arbeitstages beraten die Studierenden die Wartenden (zumeist Frauen mit Kindern) über wichtige Gesundheitsthemen, wie Diabetes mellitus, Ernährung von Kleinkindern oder auch Stressbewältigung. Mit dieser Beratungszeit werden mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen, denn zum einen klären die Studenten auf, verkürzen die Wartezeit der Klienten und stehen für Einzelberatungen bereit. Zum anderen können die Studierenden ihr Wissen vertiefen und sich in Beratungen üben.

An dieser Stelle muss auch nochmals die Arbeit der Universität Bethlehem, des deutschen Vereins vom heiligem Land und der salvatorianischen Schwestern gewürdigt werden, die gemeinsam das Krankenpflege College in Qubeibeh aufgebaut haben und es betreiben. Durch ihre Arbeit bekommen junge Menschen die Chance einen Beruf zu erlernen und gemeinsam zu studieren. Vor allem für die Mädchen ist das eine gute Chance, zu lernen sich im Leben zu behaupten und sich gegen Männer durchzusetzen, die oft doch sehr dominant in diesem Land sind. Die Mädchen bekommen eine Selbstständigkeit, die ihnen niemand mehr nehmen kann. Weiterhin fördern sie auch den internationalen Austausch, der den Studierenden nicht nur viele Erfahrungen bringt, sondern auch hilft die eigene Sicht zu öffnen und Dinge zu bewegen.

Das Land befindet sich im Aufbruch. Sowohl politisch, gesellschaftlich als auch pflegerisch. Die Erfahrungen, die ich in diesem wundervollen Land sammeln durfte, haben mir geholfen, das schätzen zu lernen, was ich habe, meinen Blick auf gewisse Dinge zu schärfen und helfen mir andere Kulturen besser wertzuschätzen. Weiterhin nehme ich mit, dass es starke und beharrliche Frauen braucht, um etwas zu bewegen und für die eigene Sache zu kämpfen.

Geschrieben von Ilka Scholl

 

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