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29. September 2016

Eine Lawine gegen das Säuglingssterben

Das ein Neugeborenes unmittelbar nach der Geburt nicht selbständig beginnt zu atmen, ist zwar nichts Ungewöhnliches, aber dennoch ein ernster medizinischer Notfall. Überall auf der Welt, vor Allem in ländlichen Gebieten ohne Krankenhäuser in der näheren Umgebung, sterben täglich Kinder bevor sie überhaupt anfangen konnten zu leben. Dabei wären diese Leben häufig sehr einfach zu retten. Alles was es dazu braucht: Das nötige Wissen. 

Seit 9 Jahren existiert daher ein Programm von „LDS Charities“, das Freiwillige in die ganze Welt entsendet, um mit einfachen Trainingseinheiten die Säuglingssterberate drastisch zu senken. Das Programm lief bereits erfolgreich in Indien, Birma, Haiti und mehreren Südamerikanischen und afrikanischen Ländern an. Seit nun mehr drei Jahre existiert es auch in Palästina. Am Donnerstag, 29. September, kamen Barry und Sandy Anderton, ein pensioniertes Ärztepaar aus den Vereinigten Staaten, in das neu eingerichtete „Simulation Lab“ der Universität Bethlehem, um auch hier einige der Studenten zu unterrichten. 

hbb„Wenn ein Baby geboren wird, ohne selbstständig zu atmen, dann kommt es vor Allem auf eines an: Zeit! Es dauert maximal 10 Minuten, bis das Gehirn durch Sauerhaftmangel stirbt, bereits nach ca. 5 Minuten ist mit irreversiblen Schäden zu rechnen!“, sensibilisiert Barry Anderton seine Zuhörer, 18 Studenten der Nursing-Fakultät. „Daher ist eine der wichtigsten Lektionen: Seid präsent und konzentriert! Auch Disziplin gehört dazu“, so der Doktor weiter. Das finge schon beim Händewaschen an. Um Infekte zu vermeiden, müssen die Hände mehr als einmal kurt unter Wasser gehalten werden. Um dies zu illustrieren, bittet er die zukünftigen Geburtshelfer, seiner Frau ein 5 Tage verfrühtes Geburtstagsständchen zu singen, während sie ihre Hände in der Luft „waschen“. Die Übung lockert die Stimmung im Raum sichtbar auf. 

hbbDann wird es aber wieder ernster. Es folgt eine Schritt für Schritt Anleitung für die ersten Minuten nach der Geburt. Wie habe ich als Geburtshelfer in einer Bestimmten Situation zu reagieren? Wie funktioniert ein manuelles Atmungsanimiergerät? Welche einfachen, aber wirkungsvollen Tricks kann ich zusätzlich anwenden? 

Die Studenten üben fleißig an den eigens für diesen Zweck entwickelten Babypuppen. Sie Stimulieren, Beatmen und Lernen dabei für das Leben – ihres und das vieler Kinder. 

Was Barry und Sandy ihren Schülern darüber hinaus klarmachen: „Das alles steht unter dem Motto „Training für Trainer“! Wir sind Freiwillig hier hergekommen, um euch zu unterrichten, aber das reicht noch lange nicht, um all die jungen Leben da draußen zu retten. Unser Ziel und unsere Erwartung ist es deshalb, das jeder von euch mindestens zwei weitere Leute trainiert. Gebt euer Wissen weiter, so dass irgendwann jeden Tag 100 neue Leute von den Möglichkeit im Ernstfall erfahren. Nur so kann gewehrleistet sein, dass bei jeder komplizierten Geburt eine Person weiß. Was zu tuen ist.“ 

hbbDurch das Prinzip Schneeballsystem soll also gewehrleistet werden, dass auch auf dem Land jedes Kind eine Chance auf Leben erhält. Die Lawine ins Rollen gebracht haben nun Barry und Sandy. Damit sie weiter wächst und rollt, haben sich die Studenten in einer Datenbank registrieren müssen, so dass das Trainerpaar die Studenten telefonisch abfragen kann, dass Wissen dadurch festigen und die neuen Trainer weiter motivieren. So könne die beiden heute sagen, bereits 2000 Trainer unterrichtet zu haben, die ihrerseits weitere 25000 Trainer angelernt haben. 

Die Universität Bethlehem freut sich, ein großartiges Programm wie dieses unterstützen zu können und hofft auf eine Fortführung der Zusammenarbeit. 

 
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